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Vorwort

In Deutsch befassen wir uns gerade mit dialektischen Erörterungen. Als Übung und als Fanfiction hab ich mir gedacht, ich schreib eine zu meiner Lieblings-Buchreihe, Vollendet.


Los geht's

Die Umwandlung ist die Höchststrafe für Minderjährige in den USA, der "Verurteilte" bezahlt mit seinem Leben, jedoch ohne zu sterben. Der Körper wird zerlegt und die einzelnen Organe und Körperteile werden gespendet. Bereits als diese Verfassungsänderung angekündigt wurde, gab es einige Kritik, es sei eine komplexe moralische Fragestellung, ob die Umwandlung sinnvoll ist, mit der ich mich im Folgenden befassen möchte.

Auch wenn die Pro-Seite vielleicht nicht die überwiegenden Argumente mit sich bringt, so gibt es, wie im Folgenden, dennoch diverse Aspekte an der Umwandlung, die tatsächlich vorteilhaft sind.

Der wahrscheinlich größte Vorteil der Umwandlung ist, die nachhaltige Quelle an Organtransplantaten, denn "unartige" und ungewollte Jugendliche wird es wohl oder übel immer geben, so wird der Vorrat an medizinisch notwendigen Ressourcen aufgestockt und langfristig gesichert. Krankheiten wie Leukämie, die in gewissen Stadien angelangt sind, benötigen zumeist Knochenmark- oder gar Nierenspenden zur vollständigen Heilung. Die Umwandlung macht diese notwendigen, chirugischen Eingriffe erst möglich, es wäre also, laut einigen Patienten und Ärzten, eine Tragödie, wenn wir den Patienten ihre Heilung vorenthalten würden. Ebenfalls Arm- oder Beinprotesen werden von dem menschlichen Gewebe ersetzt, viele Unfallopfer, denen Gliedmaßen fehlen, können durch den Arm, oder das Bein eines Wandlers wieder "normal" in ihr Leben starten.

Auch positiv anzusehen ist der Gedanke, Kinder zu "recyceln". Das heißt, dass Jugendliche anderweilig verwendet werden, sie selbst hätten als Drogenabhängige oder Gewaltverbrecher nur relativ wenig positives zur Gesellschaft beizutragen, ihre Körper jedoch können in Form von wertvollen Transplantaten für Gutes und Soziales genutzt werden, ist es schließlich nicht die Definition einer Utopie, dass jeder soweit den Bedürftigen hilft, wie nur möglich? Jugendliche können so reinen Gewissens ihren Beitrag zu der Utopie leisten. "Wir sollten es nicht "Körperverletzung" nennen, sondern als "Zwangsendeignung menschlichen Eigentums" bezeichnen." gab ein Pressesprecher des proaktiven Bürgerforums von sich. Die Behauptung, nicht jeder sei das Leben und die Gesundheit gleich viel wert, ist vielleicht nicht zu Teilen, aber auf jeden Fall zu respektieren.

Ebenfalls nicht zu missachten gilt die Tatsache, dass nicht jeder Jugendliche gegen seinen Willen umgewandelt wird, häufig handelt es sich auch um Zehntopfer, die einfach aus religiösen und kulturellen Zwecken umgewandelt werden wollen, ihre Ansicht ist definitiv zu respektieren, schließlich gilt Religionsfreiheit. Auch darf man die Umwandlung als Sterbehilfe bezeichnen, nur dass der Wandler nicht stirbt. Wenn Jugendliche kein Interesse mehr am Leben und ihrem Umfeld haben, können sie als alternative ihre Eltern um die Umwandlung bitten. Sie am Leben leiden zu lassen wäre schade, wenn sie ihr Leben in anderer Form fortsetzen könnten und dabei dennoch nicht ihre Depression, oder ähnliches spüren müssten. Von den oben genannten Punkten mal abgesehen, gibt es auch einige zu beachtende Nachteile, die sich aus der Umwandlung ergeben. Diese werden nun dargestellt.

Zunächst einmal gilt zu beachten, dass die Unterzeichnung der Umwandlungsverfügung als Folge die Kriminalität erhöht, die Jugendlichen versuchen aufgrund des berechtigten, menschlichen Grundbedürfnisses der Freiheit zu entkommen und machen sich strafbar, ihre Unzufriedenheit wird nur weiterhin gesteigert und so werden sie noch weniger zurechnungsfähig als zuvor.

Eine weitere Folge aus der Umwandlung und dem hohen Vorrat an Transplantaten wäre der Missbrauch der einzelnen Menschlichen Teile, die Schönheitsindustrie nutzt das Menschliche Gewebe schwer aus. Der ursprüngliche relativ gute Gedanke wird kommerzialisiert, das ist vergleichbar mit diversen Psychopharmaka, die ursprünglich dazu gedacht waren, Menschen medizinisch zu helfen, mittlerweile sind sie eher Drogen und Genussmittel. Dieser unverantwortliche Umgang mit Organen gleicht Grabschändung, es handelt sich schließlich um menschliches Gewebe, dieses sollte also mit Respekt zu behandeln sein. Ebenso ist eine Form des Missbrauchs von Organen Hirn- und Muskelgewebe, das nur dazu dient, um Nachhilfe, oder Übung zu reduzieren. Menschen kaufen sich wie in Videospielen Fähigkeiten in Bereichen wie der Musik und Naturwissenschaften anstatt sie sich durch Übung anzueignen, auf diese Art wird Eigenarbeit nicht mehr wertgeschätzt und Individuen sind nicht mehr besonders.

Mal davon abgesehen ist die Umwandlung in ihrem System auch grundsätzlich juristisch problematisch. Eltern entscheiden zumeist allein über die Zukunft des Wandlers, dies ist normalerweise kein fairer Prozess, schließlich wird normalerweise keine Strafe ohne Prozess verhängt. Juristische Grundsätze gibt es schließlich seit Jahrhunderten. Die Umwandlung hingegen wird nun mal nicht fair beschlossen. So kann beispielsweise nur der Vater aufgrund eines Streits oder einer Note allein mit einer Unterschrift unwiderruflich die Zukunft des Kindes im wahrsten Sinne des Wortes lebenslang dramatisch ändern. Diese lockere Verfassung ist dementsprechend sehr fahrlässig un unverantwortlich konzipiert.

Zuletzt und wahrscheinlich am wichtigsten ist jedoch der moralische Aspekt. Die Behauptung, man sterbe nicht, man lebe nur nicht mehr weiter mag vielleicht nicht widerlegbar sein, dennoch ist es auch nicht sehr moralisch korrekt, dafür zu sorgen, dass ein Mensch damit aufhört, zu leben. Völlig unabhängig davon, ob Menschen nun sterben oder nicht, steht es wohl vollkommen außer Frage, dass es moralisch falsch ist, das Leben von Menschen zu vollenden. Es heißt zwar "Was dich nicht umbringt, macht dich stärker." Aber würde unsere Gesellschaft diesem Motto folgen, so wären Straftaten wie Steuerhinterziehung, Diebstahl oder sexueller Missbrauch keine Taten mehr, die Menschen schaden, sondern die einen stärker machen würden. Was ich sagen will ist, nur weil die Umwandlung möglicherweise nicht tötetet, ist sie noch lange nicht moralisch legitim.

Abschließend stehen sich also zwei moralische Philosophien gegenüber: Dürfen wir Menschen schaden um anderen Menschen zu helfen, oder dürfen wir keine Unbeteiligten mit in das Schicksal anderer ziehen, wenn sie dabei geschädigt werden? Ich denke, dass Unbeteiligte tatsächlich nicht geschädigt werden sollten, egal aus welchen vermeidlich ehrenhaften Zwecken. Meiner Meinung nach sollte jeder das Recht zu leben haben und kein anderer, egal ob Elternteil, Papst, oder Richter sollte das Recht haben, dieses zu nehmen. Als Ersatz zur Sterbehilfe fände ich den Gedanken der Umwandlung noch relativ sinnvoll, allerdings sollten die dazugehörigen Dokumente von dem Wandler selbst unterzeichnet werden. Als Gerichtlichen Ersatz zur Todesstrafe halte ich die Umwandlung für eher sinnlos, mal davon abgesehen, dass nicht jeder die Genitalien von Sexualstraftätern transplantiert bekommen möchte, ist die Todesstrafe an sich ja bereits umstritten genug.

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